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kurzer Bericht über unsere Autotour
Ab Ende Oktober 2004 tourten wir für 17 Tage durch den US-Bundes- und "Sunshine"-Staat Florida. In dieser Zeit legten wir mehr als 1.725 Meilen (2.775 km) zurück. Hier wollen wir einen kurzen Ablauf unserer Tour wiedergeben und auf den folgenden Seiten stehen 141 Bilder, die auch vergrößert werden können, zur Ansicht bereit.
  Unsere Tour begann in Orlando wo wir die ersten 3 Nächte im Quality Inn International am International Drive übernachteten. Hier in dieser Straße kann man in den zahlreichen Mittelklassehotels sehr preiswert wohnen und zu den Vergnügungspark verkehren kostenlosen Shuttlebusse.
An unserem ersten Tag fuhren wir mit dem kostenlosen Shuttle-Service nach Sea World Florida. Sea World ist ein Meeres-und Abenteuerpark mit mehreren Themenbereichen und bietet Tiererlebnisse sowie aufregende Shows. So konnten wir Killerwale aus nächster Nähe im Shamu Stadium bei einer Show bestaunen. Einen ganzen Tag brauchten wir um fast alle Attraktionen und Highlight des Parks zu erleben und bereuten es nicht, insgesamt 114,92 $ Eintritt (Stand: 2004) für beide Karten bezahlt zu haben.
Am zweiten Tag standen die Universal Studios auf unserem Programm. Auch hier hin fuhren wir mit den kostenlosen Shuttle-Service. Der Studio Themen Park gehört zu den Universal Orlando Resort, zu dem noch der Themenpark Islands of Adventure und der CityWalk gehören. Die Universal Studios Florida wurde 1987 für Film- und Videoproduktionen und ab 1990 für das Publikum eröffnet. Hier geht es weniger um
den berüchtigten Blick hinter den Kulissen, sondern viel mehr um den Spaß und das Vergnügen. Kein Wunder das die Studios zu den beliebtesten Freizeit-Parks gehören und auch uns begeisterten. Der Preis (Eintritt) für diesen Spaß in den Universal Studios kostete uns insgesamt 116,62 $ (Stand: 2004).
Den Abend verbrachten wir auf der CityWalk, ein Mix aus Geschäften und Themenrestaurants sowie dem weltgrößten Hard Rock Cafe. Hierher fuhren wir mit dem Auto, denn ab 18.00 Uhr war kostenloses Parken in den Parkhäusern möglich. Für einige Restaurants und Clubs die Shows anbieten muss Eintritt bezahlt werden. Es wurde dafür ein CityWalk Party Pass für 9.95 $ (Stand: 2004) angeboten.

Nach den beiden Tagen in Orlando ging unsere Tour nun richtig los und führte uns zur Atlantikküste nach Daytona Beach. Zuvor machten wir aber noch einen kleinen Umweg zum Kennedy Space Center, welches sich ebenfalls an der Ostküste befindet.
Im 56.000 Hektar großen Megakomplex auf Merritt Island erlebten wir die Technologie von morgen. Direkt am Besuchercomplex, auf dem dortigen Space Shuttle Plaza steht die Raumfähre "Explorer". Sieht echt aus, ist aber nur eine naturgetreue Nachbildung. Die Besucher-Tour, die im Preis mit inbegriffen ist, führte uns zu der Aussichtsplattform beim Abschusskomplex 39 sowie zum Apollo/Saturn V Center. Shuttelbusse fuhren uns jeweils zu diesen Punkten. Bei der offiziell als LC39 Observation Gantry benannten Aussichtsplattform konnten wir in einer Rundsicht echte Abschussrampen, Kettenfahrzeuge und das Montagegebäude sehen. Leider ist vieles nur mit einem Fernglas gut zu sehen. Beim Apollo/Saturn V Center sahen wir eine 111 m hohe Mondrakete.

Nach dem Besuch des Kennedy Space Centers und der anschließenden Fahrt auf dem U.S. Highway 1 entlang der Küste, kamen wir am frühen Abend in Daytona Beach an und machten uns auf die Suche nach einem Motel für die nächsten zwei Nächte. Auf das Thunderbird Beach Motel in der North Atlantic Avenue direkt am Strand fiel dann unsere Wahl.
Daytona Beach sollte ja eigentlich ein quicklebendiger Badeort sein, wir haben davon aber nichts festgestellt. Ruhig, fast verschlafen schien uns dieser Ort. Klar zu den Bikerwochen, wenn die Autorennserie NASCAR am Speedway fährt oder im Frühjahr wenn die College-Studenten ihre Ferien hier genießen, stellt sich Daytona Beach von seiner anderen Seite vor. Shoppen und Essen konnten wir gut in der Beach Street, die sich in der historischen Altstadt befindet. Aber auch rund um die Mainstreet, die direkt zum Pier führt gibt es Läden und Restaurants.
Den darauffolgenden Tag verbrachten wir in St. Augustine. Von Daytona Beach aus folgten wir der Küstenstrasse 1A1 bis nach St. Augustine, den ersten von Weißen gegründeten Ort auf dem heutigen US-amerikanischen Boden. Im Jahre 1565 legten die Spanier hier eine befestigte Niederlassung an. Heute gleicht der historische Altstadtkern einem Freilichtmuseum.
Wir begannen den Rundgang in die Vergangenheit mit der Besichtigung des Fort Castillo de San Marcos. Als nächstes folgte die als Fußgängerzone gestaltete St. George Street mit dem über 200 Jahre alten Schulgebäude. Das Oldest Woode School House besteht aus Zypressen-und Zedernholz. Neben der alten Schule befindet sich auch die Basilica-Cathedral of St. Augustin sowie etliche Geschäfte und Restaurants in der St. George Street.
Ein von Touristen und deutsche Reisebüchern anscheinend vernachlässigtes Viertel ist Old St. Augustine Village. Old St. Augustine Village ist eine Kollektion von 9 historischen Häusern in der Zeitspanne von 1790 bis 1910 mit einer Ausstellung, die die Geschichte von St. Augustine wiederspiegelt. Diese Häuser stehen immer noch an ihren Originalplätzen.
Unweit dieses Viertel befindet sich auch das älteste Haus, mittlerweile über 250 Jahre alt. Die Architektur ist ein Mix aus spanischen, britischen und amerikanischen Einflüssen und beherbergt nun ein kleines Museum.
Nach unserer Rückkehr aus St. Augustine fuhren wir noch zum Lighthouse Point Park am südlichsten Ende von Daytona Beach. Der fast 60 m hohe Leuchtturm ist über 100 Jahre alt und der höchste Leuchtturm von Florida. Wenn man die 203 Stufen bis nach oben erklimmt, hat man eine tolle Aussicht über Floridas Küste und den Halifax River von Daytona Beach. Leider blieb uns diese Aussicht verwehrt, da wir erst 10 Minuten nach der Schließung (17.00 Uhr) ankamen. In den Sommermonaten sind der Leuchtturm und das Museum länger offen.

Knapp 260km waren es von Daytona an der Atlantikküste zur Golfküste nach Clearwater Beach, wo wir uns am Gulfview Boulevard im Howard Johnson Motel für die nächsten 3 Nächte einquartierten.
Hier am herrlichen weißen Sandstrand von Clearwater Beach stand für uns ein bisschen relaxen und Erholung im Vordergrund. Zum Sonnenuntergang trifft man sich am Pier, der dann voller Leben ist. Künstler, Bands und viele kleine Stände laden dann zum verweilen ein. Vom Ende des Piers konnten wir dann herrliche Sonnenuntergänge bestaunen.
Im Hafen von Clearwater Beach befinden sich zahlreiche Anbieter von Bootstouren und so unternahmen wir eine Sunset-Bootstour, auf der wir neben den Sonnenuntergang auch einige Delfine beobachten konnten.
Besucht haben wir auch das Clearwater Marine Aquarium, welches mehr eine Krankenstation darstellt. Hier steht die Rettung, Rehabilitation und Freilassung verletzten Seelebens im Vordergrund.

Auf der Fahrt von Clearwater Beach Richtung Everglades legten wir ein Zwischenstopp am der Strand von Venice ein. Am Caspersen Beach von Venice werden von der Flut versteinerte Haifischzähne angeschwemmt und so finden sich hier immer einige Sammler mit kleinen Köchern ein. Unvorbereitet und ohne diese Ausrüstung versuchte sich Silvia als Fossiliensammler und am Ende sprang nur eine nasse Hose dabei heraus.
Naples war für uns der Übernachtungsort, von wo aus wir einen Tagesausflug nach Everglades City unternahmen.
Etwa eine Stunde Fahrzeit von Naples entfernt liegt Everglades City, der westliche Zugang zum Everglades Nationalpark. Nach der Ankunft am dortigen Visitor Center erhielten wir unsere erste und einzige negative Lektion. Kaum öffneten wir die Autotüren überfiel uns schon ein Schwarm von Moskitos. Binnen weniger Minuten hatten uns etliche dieser kleinen Quälgeister gestochen und am Ende des Ausfluges zählte jeder von uns über 30 Einstiche. Lange Sachen oder Moskitospray helfen nur bedingt. Wer diese einzigartigen Flora und Fauna kennen lernen möchte, darf sich daran nicht stören.
Von der Ranger Station am Visitor Center von Everglades City, ursprünglich ein kleines Fischerdorf, werden Bootsausflüge und Wanderungen angeboten. Wir entschlossen uns zur einer 2-stündigen Bootsfahrt durch Ten Thousand Islands, ein Inselgebiet mit einem urwaldigen Magrovenlabyrinth. In diesen Übergang vom Salzwasser des Golfs von Mexiko und dem Süßwasser der Everglades sind viele Seevögel, aber auch Delfine und Seekühe an zutreffen. Neben einigen Seevögeln und Delfinen bekamen wir auch das Nationalwappentier der USA den Weißköpfigen Seeadler vor das Fernglas.

Einen Tag später fuhren wir von Naples über den Tamiami Trail (Fernstraße 41) durch die Everglades nach Florida City. Unterwegs machten wir Stopp in Miccosukee Indian Village. Früher war dies mit Sicherheit mal ein Indianerdorf, heute eher längst eine typische Touristenstätte. Trotzdem lohnte sich der Stopp und wir nahmen uns Zeit für einen Rundgang durchs "Indianerdorf", der angebotenen Alligatorshow und einer Airboat-Fahrt. Eine Airboat-Fahrt durch Everglades gehört einfach zu einem Floridabesuch dazu. Diese werden entlang des Tamiami Trail alle paar Kilometer angeboten, so auch in Miccosukee Indian Village. Diese Airboat-Touren finden außerhalb der geschützten Reservate und des Nationalparks statt.
Am dritten Tag in den Everglades: Nicht allzu weit von Homestead, wo wir uns in ein Motel einquartiert hatten, befindet sich der östliche Eingang zum Everglades Nationalpark. Für den Park hatten wir uns einen ganzen Tag zeitgelassen. Am Besuchercenter (Visitor Center) besorgten wir uns Infomaterial und machten uns danach auf dem Weg in das 61km entfernte Flamingo.
Nicht der kleine Ort im Nationalpark ist so interrasant, sonder die Wandermöglichkeiten und Aussichtspunkten auf dem Weg dorthin. Entlang der Route sind sechs Wanderwege, die wir auf eigene Faust erkundet haben. Diese Trails sind nicht allzu lang, der längste ist ca. 1,2 Kilometer. Auf diese Weise lernten wir die Vielfalt der Everglades kennen und hatten somit die Gelegenheit bekommen, einige Tiere (Alligatoren, eine Schildkröte, eine kleine Schlange und einige Reiher) aus der Nähe zu beobachten. So führt ein Trail durch den immer seltener werdenden Pinienwald, ein anderer durch Mangroven entlang eines Sees. Insgesamt brauchten wir 4 Stunden bis nach Flamingo.

Nach den Everglades fuhren wir dann zu den Florida Keys, eine Inselkette die sich über 180km vom Festland aus nach Südwesten in den Golf von Mexiko zieht.
Als erstes erreichten wir Key Largo, die erste und größte Insel der Florida Keys ist. Auf über 460 Quadratkilometer erstreckt sich der John Pennekamp Coral Reef State Park, ein großes Unterwasser-Naturschutzgebiet. Hier unternahmen wir eine dreistündige Glasboottour ins Naturschutzgebiet zum knapp 10km vorgelagerten Molasses Reef.
Später nahmen wir den Stränden auf Bahia Honda noch einen Sonnenbad, bevor wir am späten Nachmittag weiter nach Key West fuhren. Die Insel ist bekannt für die ausgezeichnete Wasserqualität und ihren natürlich weißen Sandstrand, der 1992 sogar ausgezeichnet wurde.
Key West war früher ein einsames Fischerdorf und ist heute Szenetreff sowie eine Touristenhochburg. Zum Glück hatten wir unser Hotel schon in Deutschland vorgebucht und so mussten wir keine fast aussichtslose Suche nach einer Unterbringung starten. Am Wochenende sind die Hotels und Motels am North bzw. South Roosevelt Boulevard meistens ausgebucht.
Am 13. Tag unternahmen wir eine Stadtbesichtigung. Der Weg führte zuerst in die Whitehead Street zum Audubon House mit dem tropischen Garten. Das restaurierte Haus steht in einem tropischen Garten und ist mit kostbaren Möbeln des 18. Jahrhunderts ausgestattet. Für den Rundgang bekamen wir eine Audiokassette in deutscher Sprache.
Fast gleich gegenüber befindet sich das Mel Fisher Maritime Museum, wo der Schatzsucher Mel Fisher Schätze der gesunkenen spanischen Galeonen "Atocha" und "Santa Margarita" ausstellt.
Ebenfalls in der Whitehaed Street steht das Ernest Hemingway Museum. Das Hemingway Haus ist natürlich ein Pflichtprogramm für ein Key West-Besuch. Die meisten Möbel sind spanische Antiquitäten aus dem 18. Jahrhundert. Ein zweiblättriges in deutscher Sprache verfasstes Informationsblatt führte uns durch den Rundgang im Haus und Garten.
Nur ein kleines Stück weiter und wir waren am Southernmost Point, den südlichsten Punkt der kontinentalen USA. Einen Sonnenuntergang am Mallory Square zu erleben ist in Key West schon Kult.

Von den Keys fuhren wir dann Richtung Miami bzw. Ft. Lauderdale. Knapp 4 Meilen nördlich von Fort Lauderdale liegt der kleine Ort Lauderdale-by-the-Sea. Hier haben wir Preiswert in einem der Motels entlang des Ocean Boulevards übernachtet. Am Pier befinden sich einige guten Restaurants. Der Zugang zum Meer ist nicht ganz einfach, da direkt am Strand hohe Appartementhäuser stehen.
Bessere Bademöglichkeiten bietet mit Sicherheit der Beach von Fort Lauderdale. Wir sind aber wegen einer Bootstour auf der Jungle Queen (einem nachgebauten Raddampfer) nach "Venice of America" gekommen. Diesen Beinamen erhielt Fort Lauderdale wegen seiner insgesamt über 260km Wasserwege. Die meisten sind davon künstlich angelegte Kanäle. Diese zweistündige Bootsfahrt führte uns unter anderem vorbei an etlichen pompösen Villen von einigen Stars und Millionären, sowie an Schiffswerften wo Yachten gebaut werden und zum Hafen Port Everglades.
Den Tag haben wir in Downtown am Riverwalk und am Las Olas Boulevard ausklingen lassen. Hier gibt es neben Boutiquen auch etliche Restaurants. Etwas mehr Trubel fanden wir am Beach, wo sich ebenfalls Restaurant und Geschäfte befinden.

An unserem vorletzten Tag fuhren wir nach Miami, der wohl einzigen Stadt in den USA, wo nur 30% der Einwohner Englisch als Muttersprache sprechen. Zuerst sahen wir uns in Downtown um. Unser Auto parkten wir am Bayfront Park, wo sich auch eine Haltestelle der Metro Mover befand. Der Metro Mover ist eine vollautomatische Hochbahn die durch die Innenstadt führt. Die "Panoramafahrt" dauerte auch nicht allzu langen und die Züge fuhren in sehr kurzen Abständen. Wieder am Bayfront Park angelangt machten wir einen Abstecher zum Bayside Marketplace. Dieses Einkaufscentrum mit Yachthafen grenzt am Bayfront Park und ist eher einladend zu einem abendlichen Bummel. Denn als wir um die Mittagszeit dort ankamen, war nicht allzu viel los. Hier befindet sich auch das Hard Rock Cafe und gleich daneben am Wasser fanden wir die original Film-Bounty aus dem Spielfilm "Meuterei auf der Bounty".
Weit aus interessanter ist Little Havanna, wo natürlich viele Exil-Kubaner wohnen. Rund um die Hauptstraße Calle Ocho haben sich seit der Machtübergabe von Fidel Castros auf Kuba Ende der 50ziger Jahre viele Exil-Kubaner niedergelassen. Auf der Calle Ocho konnten wir der Zigarrenherstellung zusehen, die dort noch in Handarbeit gedreht werden.
Zum Abschluss unseres Miami-Trips sind wir dann nach Miami Beach zum Art-Deco-District gefahren. In New York stehen vielleicht die bekannteren Art-Deco-Bauten, wie das Rockefeller Center oder das Chrysler Building, aber nirgendwo sonst in den USA sind so viele auf engsten Raum wie in Miami Beach zu sehen. Die besterhaltenen Häuser befinden sich am Ocean Drive und der parallel dazu verlaufenden Collins Avenue. Die Collins Avenue ist die Hauptverkehrsader von Miami Beach, wo sich dann auch die meisten Hotels befinden, während man am Ocean Drive das Nachtleben genießen kann.
Am nächsten Morgen mussten wir uns dann leider auf dem Weg zum Flughafen machen, denn der Urlaub war zu Ende.

überarbeitet Mai 2007