| TROPISCHER REGENWALD |
Einigen Reisen führten auch in Gebiete des tropischen Regenwaldes und lernte dieses Ökosystem somit ein wenig kennen. Hier sollen nun einige Fragen zum Thema Regenwald beantwortet werden. Angefangen hat alles 2003 mit der Reise nach Costa Rica.
In den letzten Jahren kamen Touren nach Borneo (2005), ins südliche peruanische Amazonasgebiet (2007) und zu den Mayastädten (2008) im mexikanischen Regenwald auf der Halbinsel Yucatán hinzu.
Denkt aber bitte daran, dass ich keine Tropenforscher bin. Die Informationen stammen aus zahlreichen Magazine, Büchern und von digitalen Medien.
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Im Regenwald leben mehr Pflanzen und Tiere als in jedem anderen Lebensraum.
So findet man hier auf 1ha bis zu 200 Baumarten.
Zum Vergleich, in unserer Mitteleuropäischen Region sind es auf 1ha etwas mehr als 50 Baumarten. |
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Experten nehmen an, das in den Regenwäldern die Hälfte der weltweit
existierenden pflanzlichen und tierischen Organismen leben. Jedes Jahr entdecken
Forscher neue Arten. |
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| PFLANZEN |
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Da es in den Tropen keine Winterruhe gibt wachsen die Bäume im ganzjährigen
warmen Klima kontinuierlich und bilden daher keine Jahresringe aus. Somit ist
das Bestimmen des genauen Alters der Tropenbäume fast unmöglich.
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Etliche mittlere und große Bäume bilden Luft-und Brettwurzeln aus. Die Wurzeln
verteilen sich auf eine größere Fläche um den Baum herum. Sie dienen neben
der Stabilität für die Urwaldriesen bei starken Winden und aufgeweichten
Böden auch zur Nähstoffaufnahme.
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Regenwaldbäume haben größere Blätter die meist mit einer Wachsschicht
überzogen sind um somit den Wasserverlust durch Evapotranspiration zu
reduzieren. Die Tropenbäume bilden an ihren Blättern Tropfspitzen aus,
ähnlich wie die Blättern des Gummibaums in unseren Wohnzimmern. Durch diese
Tropfspitzen kann das Regenwasser schnell abtropfen und das Blatt wird somit vor
dem Eindringen von Algen geschätzt.
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Die größte Familie innerhalb der Blätenpflanzen bilden mit über 30.000 Arten
die Orchideen. Sie kommen in fast allen Klimazonen (Ausnahme:
Polargebiete & Wüsten) unsere Erde vor und etwa 90% sind in den Tropen
beheimatet. Allein am Mount Kinabalu auf Borneo wurden über 1.200 verschiedene Orchideenarten gezählt. Die Hälfte aller tropischen Orchideenarten wachsen auf Bäumen und bilden Luftwurzeln die von einem besonderen Speichergewebe umgeben sind.
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Eine Pflanze die wir in Costa Rica sowie auf Borneo begegnet sind, ist die Würgefeige. Die Würgefeige ist weit verbreitet und kommt in den
meisten tropischen Wäldern vor. Sie lebt zuerst als junge Pflanzen auf Ästen und lässt mit der Zeit Luftwurzeln nach unten wachsen.
Sobald die Luftwurzeln die Erde berührt haben, gewinnt die Würgefeige damit Wasser und Nährstoffe aus dem Boden. Die Wurzeln werden immer dicker und
bilden Seitentriebe. Irgendwann wird die Würgefeige den Wirtsbaum umwachsen und ihm zum Absterben bringen.
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Eine noch weit verbreitete Pflanzengruppe sind die Palmen. Die meisten der etwa
2600 Arten sind in den Tropen beheimatet. Ihre Verbreitung reicht vom
Tieflandregenwald bis in ca. 4000m Höhe in den Bergregenwäldern. Palmen
blühen erst wenn sie ausgewachsen sind, was bei einigen Arten nur 3 bis 5 Jahre
und bei anderen bis zu 40 Jahre dauern kann.
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| Mit List und Tücke arbeiten die fleischfressenden Kannenpflanzen um ihre Beute zu fangen.
Diese im gesamten tropischen asiatischen Raum vorkommende Pflanzenart ist vor allem auf Borneo und Sumatra verbreitet.
Alleine auf Borneo sind über 30 von den mittlerweile 100 bekannten Arten
vertreten. Die Beute besteht in den meisten Fällen aus Insekten, die sie mit
Farbe und Nektar anlocken. Die Kannen besitzen einen unbeweglichen Deckel und
werden je nach Arte bis zu 30cm groß. Die Kannen sind mit einem
Verdauungssekret und vielen Enzymen gefüllt. Auf dem glatten Kannenrand, wo der
Nektar ausgeschieden wird, rutschen die Tiere aus und werden in der Kanne von
den Enzymen verdaut. |
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| IN LUFTIGER HÖHE (Baumriesen) |
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Diese Bäume erreichen eine Höhe von über 60m und charakteristisch für
diese Riesen ist ihr gerader Stamm und die flache breite Krone. Einige Bäume
werfen sogar für kurze Zeit ihre Blätter ab. |
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| DIE KRONENREGION (Blätterdach) |
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In dieser Schicht leben zwei Drittel aller Lebensformen des Regenwaldes. |
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In den Wipfeln der Bäume wachsen Aufsitzerpflanzen (Epiphyten), die den Stamm
sowie die Ästen und Zweigen fast vollständig bedecken. Zu den
Aufsitzerpflanzen gehören Orchideen, Farne, Bromelien und sogar Kakteen. Oft
macht ein Drittel des Gesamtgewichts des Baumes die Masse der Epiphyten aus. Da
die Äste teilweise so Dicht besiedelt sind, brechen sie unter dem Gewicht ab.
Daher haben viele Tropenbäume einen Abwehrmechanismus, wie zum Beispiel eine
glatte Rinde oder das regelmäßige schälen ausgebildet. Einige Bäume beugen
einer Überkolonisation mit Epiphyten durch Gift in der Rinde vor. |
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| AM WALDBODEN |
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Da nur etwa 2% des Lichts durch das Kronendach zum Waldboden gelangt können in
diesem Dämmerlicht keine Baumsämlinge und andere Lichtpflanzen wachsen. Daher
ist der Boden mit Wurzeln, Laub, Ästen und Zweigen übersät. Aber auch viele
Farne gedeihen häufig am Boden, da sie mit wenig Licht auskommen. |
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Bricht ein Urwaldriese zusammen, ändert sich das Bild schlagartig. Durch das
nun vorhandene Licht schießen Sämlinge, Lianen sowie krautige Pflanzen empor. |
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| überarbeitet März 2007 |