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UNTERWEGS IM REICH DER INKAS - Teil 2: CUSCO - MACHU PICCHU
Mit dem Expressbus (ohne Toilette) des Busunternehmens Imexso sind wir pünktlich am Nachmittag in Cusco angekommen. Es war eine sehr angenehme Fahrt entlang einer bezaubernden Landschaft.
In CUSCO (3326m) - der Nabel der Welt, wie die Inkas ihre Stadt nannten blieben wir für zwei Nächte und übernachteten im Hotel Cusco Plaza II.
Auf der Taxifahrt vom Busbahnhof zum Hotel bekamen wir vom netten Fahrer einige Tipps und Hinweise zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt.
Nicht nur den Rest des Tages, sondern auch den folgenden Tag war Zeit für einen ausführlichen Spaziergang durch die Hauptstadt und Herz des Inka-Imeriums. Die Plaza de Armas bildet den Mittelpunkt der Stadt an der sich die Kathedrale und die Iglesia de La Compania de Jesus befindet. Neben den beiden Kirchen ist der Platz umgeben von Kolonialbauten mit Bogengängen.
Die Kathedrale ist verbunden mit der Iglesia del Triunfo und der Iglesia de Jesus Maria. Mit dem Bau der Kathedrale wurde um 1559 begonnen und bis zu ihrer Fertigstellung sind fast hundert Jahre vergangen. Die rechts
danebenleigende Iglesia del Triunfo ist die älteste Kirche in Cusco. Beim Rundgang konnte wir etliche Gemälde bestaunen, sowie den original hölzernen Altar. In der Iglesia del Triunfo befinden sich die sterblichen Überreste des Inka-Geschichts- schreibers de la Vega, welcher in Cusco geboren wurde.
Eine weitere sehenswerte Kirche ist die Iglesia de La Compania de Jesus, die von den Jesuiten um 1571 erbaut wurde. Die Iglesia wurde auf den Grundmauern des Palastes vom Inka Huayna Capac, dem letzten König der ein ungeteiltes Reich regierte, erbaut. Die Jesuiten wollte sie zur prächtigsten Kirche in Cusco machen, was zu einem Streit mit dem Erzbischof von Cusco führte. Nach einem Erdbeben von 1650 wurde die Kirche neu errichtet und 1668 fertiggestellt.
achteckiger Brunnen Von der Plaza de Armas sind wir zur Qorikancha einer Inka-Ruine gelaufen. Der Weg führte uns zuerst durch die enge Loreto-Gasse, wo noch alte Inkamauern stehen.
Qorikancha bedeutet "Goldener Hof" und war ein großes Tempelviertel, wo die Spanier nach dessen Zerstörung das Kloster und die Kirche Santo Domingo auf den verbliebenen Grundmauern erbauten. Die Mauern der Tempel waren zur Inka-Zeit mit Goldplatten bedeckt und mit Smaragden und Türkisen verziert. In nur wenigen Monaten nach Ankunft der Spanier sind die Tempel geplündert worden und das Gold eingeschmolzen. Als wir den Innenhof betraten ist uns eine achteckiger Brunnen aufgefallen. Dieser soll früher mit Gold überzogen gewesen sein. Auf beiden Seiten des Hofes liegen Inka-Räume, sowie
Mauerüberreste von kleineren Tempeln. Die Iglesia de Santo Domingo ist ist heute genauso bekannt wie die Inka-Ruine. Die Kirche wurde durch Erdbeben zweimal zerstört und einmal stark beschädigt. Die noch zu sehenden Inkamauern haben diese Erdbeben standgehalten, was für die Baukunst der Inkas spricht.
Zurück an der Plaza sind wir dann zur Iglesia de San Cristobal gelaufen. Über unzählige Treppen sind wir dann an der Kirche angekommen, über der uns nichts bekannt ist. Aber von hier Oben hatten wir einen tollen Blick über Cusco und zum Hauptplatz mit der Iglesia de La Compania de Jesus.
Natürlich haben wir auch das Inka-Museum mit seiner Sammlung von Metall- und Goldarbeiten besucht. Des weiteren gab es Schmuck, Tonwaren und Textilien zusehen. Im Innenhof konnten wir einige Frauen bei der Anfertigung von traditionellen Textilen zukucken. Diese können natürlich auch gekauft werden.
Am Abend hatten wir noch das Glück einen Strassenumzug zu sehen. Die Bewohner der Stadt feiern gerne und ihre Masken symbolisieren, dass sich alte Religion mit dem katholischen Glauben vermischt haben.

Am nächsten Morgen wurden wir von einer Reisegruppe im Minibus abgeholt und gemeinsam ging die Fahrt in das Heilige Tal der Inka, wie das Urubambatal genannt wird. Der erste Stopp erfolgte im Dorf Pisaq, welches durch den lebhaften Markt bekannt geworden ist. Heute wird der Markt überwiegend von Touristen besucht, wo allerlei touristische traditionellen Souvenirs angeboten werden. Natürlich konnten auch wir den vielen unzähligen angebotenen Waren nicht wiederstehen und kauften das eine oder andere Mitbringsel ein. Nach einer Stunde Aufenthalt setzten wir die Reise ins Urubambatal fort. Leider konnten wir die Ruinen von Pisaq nicht besuchen, obwohl sie in der Reiseberichtbeschreibung unseres deutschen Reiseveranstalters aufgeführt waren. Bei den Ruinen handelt es sich um eine Zitadelle, sowie Palästen und Tempeln, die hoch über das kleine Dorf thronen. Laut der örtlichen Agentur sind diese Ruinen nicht im Programm vorgesehen.
Von Pisaq aus fuhren wir entlang des Urubambaflussen, vorbei an Terassenbauanlagen der Inkas Richtung Ollantaytambo. In einen tollen Gartenlokal in der Nähe des Dorfes Urubamba haben wir für 10 Dollar pro Person ein hervorragendes Mittagsmenue bekommen. Nach dem Lunch ging die Fahrt weiter nach Ollantaytmabo.
OLLANTAYTAMBO ist ein kleines Andendorf, das von der hochgelegenen Inka-Festung beherrscht wird. Das Dorf gilt als eines der ständig bewohnten Orte Perus. Die Häuser in Ollantaytambo stehen auf den Fundamenten der ehemaligen Wohnstätten aus der Inka-Zeit. In den Strassen und an den Mauern sowie den Wasserkanälen sind die Spuren des ursprünglichen Inka-Dorfes zu sehen.
Während die Reisegruppe nach der Besichtigung der Ruinen sich wieder auf die Rückfahrt nach Cusco machte, blieben wir in Ollantaytambo für zwei Nächte und übernachteten im Hostal las Orquideas.
Für die Besichtigung der INKA-RUINE OLLANTAYTAMBO benötigten wir das Touristenticket, welches am Eingang gekauft werden kann oder so wie wir, sich das Ticket schon in Cusco besorgen. Das Boleto Turistico ist als Tageskarte und
als 10-Tagesticket erhältlich. Es berechtigt die Besichtigung von mehreren Ruinen und Sehenswürdigkeiten in Cusco und Umgebung.
Schon die vielen Minibusse auf den Parkplatz vor der Festung zeigten, dass auf dem Nachmittag viele Touristen die Ruinen besichtigen. Die Festung war ein religiöser, politischer und militärischer Komplex, der auch als Erholung des Inkas sowie des Adelstandes diente. Über fast endlose Stufen entlang den steilen Terrassen führte uns der Weg zu den überesten von Palästen und Tempel. Noch heute können die Gebäude bestimmt werden, ob sie Tempel oder als astronomische Beobachtungspunkte dienten. Durch das sehr gute Wissen unserer Reiseleiterin haben wir viel erfahren über diese Inka-Ruine und das Dorf Ollantaytambo. Die Festung ist die einzige, die nie von den Spaniern im Kampf erobert werden konnte und auf Grund der unterschiedlichen Verarbeitung der Felsen glaubt man, dass die Gebäuden in verschiedenen Epochen errichtet wurden. Nach knapp 90 Minuten verließen wir mit der Reisegruppe die Anlage und wurden zum Hotel gebracht. Am darauffolgenden Vormittag sind wir dann noch einmal mit dem alten Ticket zur Festung und schauten uns in Ruhe noch einmal alles an.
Wie schon geschrieben verbrachten wir den Vormittag in der Festung und erkundeten am Nachmittag mit einer ausgedehnten Wanderung entlang des Urubambaflusses die Umgebung. Ein bißchen bedenken hatte wir schon vor den Aufenthalt in Ollantaytambo. Was sollen wir hier mit unserer Freizeit anfangen oder nutzen noch weitere Touristen die Übernachtungsmöglichkeiten hier? Wir waren vom Ort angenehm überrascht. Natürlich blieben etliche Touristen hier und reisten entweder einen Tag später weiter oder blieben ebenfalls noch eine weitere Nacht. Uns wurde nicht langweilig, die Wanderung war zwar etwas anstrengend aber interessant. Die Leute sind nett und helfen gerne weiter. Auch haben wir uns im Hotel sehr wohl gefüllt, obwohl es in einem Reiseführer nicht besonders gut davon kommt.
Am dritten Tag in Ollantaytambo sind wir nach dem Frühstück gegen 9.10 Uhr mit dem Zug nach Aguas Calientes gefahren. Für die Fahrt wurde von der örtlichen Agentur die Backpacker-Class für uns gebucht. Neben Züge der Backpacker-Class verkehren auch noch die Vistadome-Züge mit Panoramafenstern. Auf der Fahrt änderte sich nach und nach die Landschaft und wir drangen immer tiefer in den peruanischen Bergregenwald ein.

Nach etwas über 90 Minuten erreichte wir AGUAS CALIENTES einen sehr lebhaften Touristenort im Tal unterhalb der Ruinen von Machu Picchu. Wer zu den bekannten Ruinen möchte muss hier durch. Leider hat der Ort auf Grund der planlosen Bauweise von Hotels und Restaurants einen schlechten Ruf und viele wollen sich hier nur solange aufhalten wie es nötig ist. Aber mal ehrlich: Aguas Calientes ist nicht anders als andere Touristenhochburgen anderer Länder, liegt dafür aber in einer herrlichen Umgebung des Nebelwaldes. Wir fanden den Ort jedenfalls nicht so schlecht und ist gibt interrasante Momente wie die Ankunft der lokalen Züge am Alten Bahnhof. Eine Übernachtung lohnte sich vor allem deswegen, weil wir am darauffolgenden Tag schon früh zu den Ruinen von Machu Picchu aufbrechen konnten.

Der Wecker klingelte schon früh und gegen 7.30Uhr sind wir dann mit dem Shuttlebus (12,00 US$ pro Person Hin-/Rückfahrt) zum Eingang der Ruinen von MACHU PICCHU gefahren. Die Eintrittskarte (23,50 US$ pro Person) mussten wir uns im Institut der Nationalen Kultur in Aguas Calientes besorgen. Das Büro befand sich neben der Kirche an der Plaza.;
Machu Picchu Die Faszination verdankt Machu Picchu wohl einen Großteil seiner atemberaubenden Lage in ca. 2500m Höhe umgeben von Bergen und Schluchten des Grenzgebietes zwischen den Anden und dem Regenwaldes des Amazonas.
Der amerikanische Forscher und Geschichtsprofessor Hiram Bingham entdeckte eher zufällig die Stadt. Er war auf einer Expedition und Suche nach der letzten Inka-Hochburg Valcamba als er im Juli 1911 den Berg Machu Picchu bestieg und Ruinen erblickte.
Die Stadt der Inkas bestand aus Tempeln, Palästen, Plätzen, Bäder und Wohneinheiten. In den Wohnstätten lebten adligen und privilegierte Familien. Wir begannen unseren Rundgang beim Wachhaus, welches sich am höchsten Punkt der Stadt befindet. Von hier oben entstehen wohl die meisten Fotos, denn der Rundblick über die Ruinen hin zum
Berg Huayna Picchu im Hintergrund, ist das beliebteste Postkartenmotiv dieser Sehenswürdigkeit. Für unsere Besichtigungstour brauchten wir bis zum Mittag: Legten zwischen durch aber immer mal wieder eine kurze Pause ein, um auf uns die Eindrücke einwirken zu lassen. Machu Picchu ist in mehrere Sektoren aufgeteilt, wie das Gebiet um den Sonnentempel, das Königliche Quartier, die Heilige Plaza oder der Tempel des Kondors bzw. das Gefängnis. Jetzt hier alles einzeln zu Beschreiben, welche Tempel und Palästen sich in den Gebieten befinden würde etwas zu weit führen und den Rahmen unseres Reiseberichtes sprengen. Wer einmal hier war, wird einfach nur überwältigt sein.
Die letzten Stunden vor Abfahrt des Zuges nach Cusco verbrachten wir in Aguas Calientes. Auf der Fahrt nach Cusco gab es dann einige kleine Probleme mit der Lokomotive. Sie schaffte es einfach nicht den Berge hoch bzw. mühte sich ganz schön ab. Mehrmals wurden wir durchgeschüttelt und sind zum stehen gekommen. Aber irgendwie erreichten wir dann doch noch Cusco nach fast 6 Stunden fahrt.

Stand: Januar 2008