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( Lima - Titicacasee ) ( Cusco - Machu Picchu ) ( Tambopata Reservat )
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UNTERWEGS IM REICH DER INKAS - Teil 3: TAMBOPATA RESERVAT - REFUGIO AMAZONAS
Die letzte Etappe unserer Peru-Rundreise führte in den peruanischen Tieflandregenwald zum TAMBOPATA RESERVAT.
Nach einer Zwischenübernachtung in Cusco sind wir am Vormittag nach Puerto Maldonado geflogen. Puerto Maldonado ist eine Dschungelstadt am Rio Madre de Dios und liegt im südlichen Amazonasbecken nahe der Grenzen zu Brasilien und Boliven.
Betreut wurden wir in den 4 Tagen von Rainforest Expeditions, einer Gesellschaft die Anfang der 90ziger Jahre gegründet wurde und momentan drei Unterkünfte im Tambopata Gebiet betreibt.
Am Flughafen empfing uns der Reiseleiter für die nächsten Tage und brachte uns erst einmal in das Hauptquartier von Rainforest Expeditions. Hier konnten wir unser nicht benötigtes Gepäck bis zur Rückkehr sicher aufbewahren lassen. Nach einer kurzen Pause ging die Reise mit vier weiteren Teilnehmern zur Lodge Refugio Amazonas los. Die Lodge Refugio Amazonas wurde erst 2005 erbaut und befindet sich in der Pufferzone des Nationalreservats Tambopata. Das Zimmer (Moskitonetzen über den Betten), sowie das private Bad (mit fliessend kalten Wasser) waren beide sehr geräumig. Anstatt Türen hatten wir Vorhönge vor den Eingängen, sowie eine großes offenes Panoramafenster durch das am ersten Abend Glühwürmchen ins Zimmer flogen. Ausgestattet waren die Unterkünfte auch mit einem Safe.
Die Anreise zur Unterkunft dauerte mehr als drei Stunden. Nach einer kurzen Fahrt mit einem Minibus zum Fluss Tambopata, in der Nähe des Dorfes Infierno, legten wir den Rest mit dem Boot zurück.
Schon auf dieser Hinfahrt konnten wir einige Vögel beobachten und bekamen vom Reiseleiter eine kleine Einführung über das Leben und Arbeiten im Nationalreservat. Erst im Jahre 2000 wurde das Tambopata Nationalreservat gegründet und umfasst eine Grösse von 274.690 Hektar. Mit dem angrenzenden 537.053 Hektar großen Bahuaja Sonene Nationalpark zählt dieses Schutzgebiet zu den flächenmässig wichtigsten im peruanischen Amazonasbecken.
Am späten Nachmittag erreichten wir die Lodge und für den Rest des Tages war kein Programm vorgesehen. Beim gemeinsamen Abendessen wurden dann die Ausflüge für den kommenden Tag durchgesprochen.
Am nächsten Morgen war Wecken um 5.30 Uhr und im spärlichen Licht ging es ins Bad zum duschen. Ein kurzer Schreck als ich bemerkte, dass ich nicht alleine unter der Dusche stehe. Ein Käfer der Familie der Blatthornkäfer hatte sich wohl in der Nacht unsere Dusche als Schutz vor dem Regen gesucht.
Am Vormittag sind wir zu einer Sittich-Lecke getourt, wo Papageien und Aras jeden Tag zum Lehmpicken kommen. Bevor wir aus einen Versteck dieses Schauspiel beobachten konnten, stand uns nach einer kurzen Bootsfahrt noch eine einstündige Wanderung bevor. Für sämtliche Ausflüge sind Gummistiefel Pflicht. Diese stehen in allen Grössen in der Lodge zur Verfügung. Bitte vorher unbedingt kontrollieren ob sich ein Tierchen im Stiefel versteckt hat. Sonst drohen kleine kriechende oder krabbelnde Überraschungen.
Ausgerüstet mit einem Teleskop und eigenen Ferngläsern konnten wir gut die zahlreichen Mülleramazonen, Schwarzkappensittiche und Aras, wie der Hellrote Ara und der Gelbbrustara sehen. Nach knapp 90 Minuten machten wir uns auf den Rückweg und schauten bei einer Farm vorbei. Interrasant war hier der Medizinpfad.
Für den Nachmittag hatte sich unser Guide die Tour zu einem weiteren Versteck ausgesucht, von wo aus Affen, Wildschweine und Hirsche beobachtet werden können. Trotz langem ausharren im Hochstand sind wir ohne Tiere zu sichten wieder zur Lodge zurückgekehrt.
Nach dem Abendessen unternahmen wir noch eine nächtlichen Ausfahrt auf dem Fluss um Kaimane aufzusuchen. Hier hatten wir mehr Glück als am Nachmittag.
Ein lauter Knall schreckte uns in der Nacht auf. Draußen wütete ein heftiges Gewitter mit böigen Wind, so das etliche Regentropfen den Weg ins Zimmer und sogar bis ins Bett fanden. Der Regen hielt bis zum Mittag an und hatte Einfluss auf das weitere Tourprogramm. Zudem ist die Temperaturen um ca. 10 Grad auf knapp 20 Grad gefallen.
Eigentlich wollten wir uns alle wieder um 6.00 Uhr zum Frühstück treffen, aber die geplante zweistündige Wanderung zum Sachavacayoc-See wurde abgesagt. Das Frühstück wurde um zwei Stunden verschoben. Diese organisatorischen Dinge sind vorher abgesprochen. Werden die Touren durchgeführt, wecken einen die Reiseleiter um 5.30 Uhr. Sollte auf Grund von Regen die Touren verschoben werden, trifft man sich erst gegen 8.00 Uhr.
Hoatzin Der Regen ließ einfach nicht nach. So entschieden wir uns dem Wetter zu trotzen und sind zum nahegelegenen Condenado-See gewandert. Hier leben die gefährdeten Riesenfischotter die nur von sehr wenigen Besuchern
(ca. 30%) gesichtet werden und der Hoatzin (Foto), ein sehr urtümlich wirkender Vogel. Kaum waren wir mit dem Katamaran auf dem See unterwegs konnten wir doch tatsächlich für wenige Momente die Riesenfischotter beobachten. Dies hatte keiner von uns erwartet, auch wenn die Tieren nur aus einer grossen Entfernung zu sehen waren.
Der Regen machte uns auch nichts mehr aus, da wir mittlerweile ersten alle durchnässt waren und zweitens von den Erlebnissen hier am See fasziniert wurden. Wenig später sahen wir dann auch mehrere Hoatzins in einem Baum sitzen. Durch die Ferngläser konnten wir noch einige der Hellrot Aras und sogar ein Tukan sehen. Ausserdem befanden sich in Ufernähe einige
der Urwaldriesen mit ihren mächtigen Brettwurzeln. Auf dem Rückweg ließ dann endlich der Regen etwas nach und am Nachmittag kam sogar die Sonne zum Vorschein.
Durch die Wetterbesserung stand der Wanderung zum Canopy-Tower, einem 45m hohen Aussichtsturm, nichts mehr entgegen. Diesen erreichten wir nach einer knapp halbstündigen Wanderung und wurden mit einer beeindruckenden Sicht über das Blätterdach des Urwalds belohnt.
Den mehrtätigen Aufenthaltes rundete eine Nachtwanderung ab, wo wir neben den vielen Geräuschen von Insekten und Fröschen auch einige dieser Tierchen zu sehen bekamen. So unter anderem Stabheuschrecken und Geiselspinnen, sowie Blattschneideameisen bei ihrer Arbeit.
Auch das gehört wohl zu einem richtigen Dschungelerlebnis dazu, als wir morgens am Abreisetag ohne Wasser dastanden. Der Wassertank für den ganzen Unterkunftsbereich war leer.
Während die anderen Tourteilnehmer ihren Urlaub in Peru fortsetzten, sind wir über Cusco-Lima-Amsterdam nach Berlin zurückgeflogen.

Stand: Januar 2008