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( Windhoek - Namib )  ( Swakopmund - Okonjima ) 
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UNTERWEGS AUF ENTDECKUNGSTOUR: Teil 1: WINDHOEK - NAMIBWÜSTE
Im Oktober / November 2006 waren wir knapp drei Wochen auf Entdeckungstour durch Namibia. Dabei legten wir mit den Mietwagen, einem Nissan X-Trail genau 4.964 km zurück. Hier wollen wir einen kurzen Ablauf unserer Tour wiedergeben und auf den folgenden Seiten stehen 220 Bilder, die auch vergrößert werden können, zur Ansicht bereit.
Unsere Reise begann in WINDHOEK, wo wir einen ganzen Tag für einen Stadtbummel zur Verfügung hatten. Übernachtet haben wir im Safari Court Hotel welches auch einen kostenlosen Shuttles-Service in die Innenstadt anbot. Nur wenige Gehminuten vom Touristencenter entfernt befinden sich in der Robert Mugabe Avenue die wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Die Christuskirche, das Reiterdenkmal, der Tintenpalast und die Alte Feste liegen alle nur wenigen Metern von einander entfernt.
Als ersten erblickten wir die Christuskirche. Sie wurde nach Plänen des Architekten Gottlieb Redecker gebaut und 1910 eingeweiht. Die Kirche ist das Gotteshaus der evangelisch-lutherischen Gemeinde. Das Baumaterial besteht überwiegend aus Kalkstein, welcher in der Nähe der Stadt abgebaut wurde.
Gleich daneben stießen wir auf das Reiterdenkmal, welches an die deutschen Gefallenen der Herero-und Hottentotten-Aufstände von 1903 bis 1907 erinnern soll. Die angebrachte Gedenktafel am Sockel des Denkmals ist in deutscher Schrift. Da es nur an die deutschen Gefallenen erinnert ist es ein umstrittenes Monument und wird vielleicht eines Tages abgerissen und kommt ins Museum, welches sich in der Alten Feste befindet. Dieses befindet sich nur wenige Schritte weiter. Die Alte Feste wurde 1890 erbaut und sollte den Angehörigen der Deutschen Schutztruppen sowie den
ersten Siedlern Schutz bieten.
Ursprünglich hatten die Außenmauern nur Schießscharten, erst später wurden die Veranden angebaut. In den 20ziger Jahren diente die Feste als Schülerheim und 1957 wurde sie zum Historischen Monument erklärt. Heute ist hier das namibische Staatsmuseum untergebracht. Als Besucher mussten wir zwar keinen Eintritt zahlen, aber wurden darauf hingewiesen eine Spende zu hinterlassen. Vor allem die Ausstellung über die Fundorte von Felsgravuren in Namibia hat uns hier im Museum gefallen.
Gegenüber der Christuskirche befindet sich der Sitz des Parlaments. Ein Regierungsgebäude mit dem Spitznamen "Tintenpalast", weil die Beamten hier viel Tinte verschreiben. Das Gebäude stammt ebenfalls aus der Kolonialzeit und wurde vom damaligen Regierungsbaumeister Gottlieb Redecker entworfen. Es war das ehemalige Verwaltungsgebäude des Schutzgebietes und wurde 1913 eingeweiht.
Später sind wir zum Bahnhof von Windhoek gelaufen. Dieser befindet sich in der Bahnhofsstraße, welche von der Independence Avenue abzweigt. Der Bahnhof liegt etwas entfernt von den anderen oben aufgeführten Sehenswürdigkeiten. Er wurde 1912 fertiggestellt und dient heute als Denkmal, Museum und natürlich auch noch als Bahnhof. Das ehrenamtliche aufgebaute Transnamib Museum ist nicht nur für Eisenbahnfans interessant. Obwohl das Museum geschlossen war und erst in gut 45 Minuten wieder öffnen sollte, ließ man uns trotzdem rein und so erfuhren wir bei der deutschsprachigen Führung einiges über die namibische Eisenbahngeschichte.

Etappe 1:
Windhoek - Kalahari Anib Lodge  /  Entfernung: ca. 280 km
bis auf die letzten 1-2 km Teerstraße
Von der Namibischen Hauptstadt fuhren wir in die Kalahari Region zur Kalahari Anib Lodge, die sich am Rande des Gondwana KALAHARI Park befindet. Bis zur Einfahrt auf das Farmgebiet der Lodge sind die Straßen geteert und nur die letzten 1-2km zur Rezeption muss auf eine Sandpad zurückgelegt werden.
"Pads" - so bezeichnet man in Namibia die Straßen.
Am späten Nachmittag unternahmen wir eine geführte 3-stündige Sundowner-Fahrt durch den ca. 100km² großen Gondwana Kalahari Park. Dieser Park gehört wie noch drei andere private Naturparks zur Gondwana Desert Collection. Auf der Fahrt sahen wir Springböcke und Oryxantilopen zwischen den hier typisch aus rotem Sand bestehenden Kalahari-Dünen, sowie riesige Webervogelnester in den Bäumen. Während wir auf einer dieser Dünen dem Sonnenuntergang entgegenblickten, beobachtete uns misstrauisch ein Oryxbock.
Zum Abendessen wurde ein mehrgängiges Menü serviert und zum ersten mal kosteten wir Springbockfleisch. Das Menü wurde in Deutsch und Englisch erklärt und zur Überraschung erzählte eine San-Frau dies alles noch in der Klicksprache.

Etappe 2:
Kalahari Anib Lodge - Fish River Canyon  /  Entfernung: ca. 430 km
ab der Ortschaft Seeheim Schotterpiste
Das nächste Etappenziel war der FISH RIVER CANYON im Süden von Namibia, wo wir in der Cañon Lodge übernachteten. Die letzten 117km (ab der Ortschaft Seeheim) war dann bis zur Unterkunft eine reine Schotterpiste. Sowohl diese Hauptstraße, als auch die spätere Pad D601 waren in einem guten Zustand und so erreichten wir die Lodge ohne Probleme.
Auch hier unternahmen wir eine Sundowner-Fahrt. Noch vor dem Abendessen fuhren durch den Gondwana Cañon Park. Mit 1.120 km² Fläche und durch den ersten Landerwerb 1995 ist dieser Park das größte und älteste Naturschutzgebiet der Gondwana Desert Collecktion. Obwohl hier Springböcke, Gemsböcke (Oryantilopen), Kuhantilopen und Bergzebras beheimatet sind, konnten wir bis auf nur wenige Springböcke keine weiteren Tiere beobachten. Dafür sahen wir hier etliche Köcherbäume und erlebten einen weiteren herrlichen Sonnenuntergang.
Am nächsten Vormittag ging es erst einmal zu einem Aussichtspunkten des Canyons, der mit seiner Länge von 161km und Breite bis zu 27km zwar deutlich kleiner als der Grand Canyon in den USA ist, aber dennoch zu den
größeren Canyons der Erde zählt. Die Entstehung begann vor 120 Millionen Jahren, als der südliche Urkontinent Gondwana auseinanderbrach. Dabei hoben sich die Ränder des afrikanischen Bruchstücks und somit stieg das Gefälle des Fischflusses. Vor vielen Millionen Jahren führte der Fluss noch sehr viel Wasser. Dagegen erlebten wir, dass in der Trockenzeit nur sehr wenig Wasser im längsten Fluss Namibias fließt.
Da noch Zeit war und wir weitere Eindrücke vom Canyon sammeln wollten, sind wir zu einem zweiten Aussichtspunkt gefahren. Dieser lag ca. 8km vom Hauptaussichtspunkt entfernt. Unterwegs kreuzten Klippspringer unseren Weg.
Auf der Rückfahrt vom zweiten Aussichtspunkt ging dann einem Reifen die Luft aus. Es war die einzige Panne in den knapp drei Wochen. Nach dem Reifenwechsel machten wir uns auf den Weg zur Atlantikküste nach Lüderitz.

Etappe 3:
Fish River Canyon - Lüderitz  /  Entfernung: ca. 410 km
bis zur Ortschaft Seeheim Schotterpiste, danach bis nach Lüderitz Teerstraße
Der Weg führte erst einmal zurück nach Seeheim. Von hier aus sind wir dann der geteerten Fernstraße bis zum Atlantik gefolgt.
In der Ortschaft Aus unternahmen wir einen Zwischenstopp und tankten den Wagen auf. Im dortigen Info Center bekamen wir Informationen über die Namib Wildpferde und zum früheren Internierungslager für deutscher Farmer, Militär-und Polizeiangehörige. Aus war einer von zwei Standorten, wo während des ersten Weltkriegs ein Internierungslager errichtet wurde. Unser Interesse richtete sich aber mehr den Wildpferde, die wir auf der Rückfahrt besuchten. Nach einem Imbiss im Info Center setzten wir die Reise Richtung Westen fort.
In Lüderitz übernachteten wir für zwei Nächte im Hotel Zum Sperrgebiet. Daher hatten wir Zeit für eine Besichtigungstour in der ehemaligen Diamantenstadt KOLMANNSKUPPE und für einen Stadtrundgang in Lüderitz.
Für den Besuch der ehemaligen Diamantenstadt braucht man ein Permint. Dieses bekamen wir in Lüderitz im Infocenter von "Lüderitz Safari & Tours". Für das Permint zahlten wir zusammen 76,-N$ und dieses berechtigte neben den Eintritt auch die Teilnahme an eine der beiden geführten Touren vor Ort. Erwähnt werden sollte noch, dass diese Siedlung nur bis 13.00 Uhr besichtigt werden kann und ringsherum alles Sperrgebiet ist. Es ist erstaunlich wie gut viele Häuser in Kolmannskuppe noch erhalten sind, denn schon 1930 wurde der Diamantenabbau hier eingestellt und die Mine geschlossen. Der Boom begann 1908, nachdem ein Eisenbahnarbeiter die ersten Diamanten entdeckte. Den Arbeitern und ihren Familien erwartete hier in einer trostlosen Gegend ein Ort, wo es an nichts fehlte. Immerhin galt Kolmannskuppe damals als reichste Stadt Afrikas. Neben ein Theater, einer Kegelbahn oder der Turnhalle leistete man sich sogar eine Ortsbahn, welche die Damen von den Wohnhäusern zur Ladenpassage brachte. Natürlich fehlte auch keine Schule oder ein Krankenhaus. Langsam aber holt sich die Natur ihr Gebiet zurück, denn die Sanddünen der Namib wachsen immer weiter in die Häuser hinein.
LÜDERITZ ist ein kleiner Ort mit etwa 8.000 Einwohnern wo die saisonbedingte Langustenfischerei zur Haupteinnahmequelle zählt und reich an Kolonialbauten, die teilweise restauriert wurden. Schon von weiten sahen wir die Felsenkirche, das Wahrzeichen von Lüderitz. Nicht verwunderlich überragt sie doch alle Gebäude der Stadt. Auf Shark Island erinnert eine Bronzeplatte an den Stadtgründer Adolf Lüderitz.
Zwar erinnern noch viele Gebäude an die deutsche Kolonialgeschichte, aber deutsch spricht man hier nur noch selten. Die meisten, vor allem die jüngeren Deutschstämmigen haben die Stadt verlassen und so ließ man schon für den Rosenmontagsumzug junge Frauen aus Windhoek einfliegen.

Etappe 4:
Lüderitz - NamibRand (Tolou's Lodge)  /  Entfernung: ca. 370 km
bis zur Ortschaft Aus Teerstraße, danach Sand-bzw. Schotterpisten
Von Lüderitz fuhren wir zur Tolou's Lodge, die am RAND DER NAMIB liegt. Gut die Hälfte der 370km legten wir auf der geteerten Fernstraße zurück. Ab der Ortschaft Aus fuhren wir über Helmringhausen bis zur Unterkunft ausschließlich auf Sand-bzw. Schotterpisten. Hier am Rand der Namib blieben wir für drei Nächte und hatten somit viel Zeit für Aktivitäten. So besuchten wir das Schloss Duwisib und die Sossusvlei-Region.
Zuvor etwa 135km von Lüderitz entfernt erreichten wir das Revier der NAMIB-WILDPFERDE. Circa 20km vor Aus geht eine Pad zur Futter und Wasserstelle ab. Nach 1-2km erreichten wir die künstlich angelegte Quelle und tatsächlich trafen wir hier um die 70 Pferde an. Woher die Pferde ursprünglich stammen ist noch ein Geheimnis. Aus Reisebüchern sowie aus dem InfoCenter in Aus geht hervor, dass sie Nachkommen von den deutschen Schutztruppenpferden sind.
Nach unserer ersten Nacht in der Tolou's Lodge fuhren wir zum SCHLOSS DUWISIB, welches Hansheinrich von Wolff um 1909 aus Sandstein erbauen ließ. Um 1907 oder 1908 erwarb von Wolff die Farm Duwisib mit 20.000 Hektar und vergab dann den Bauauftrag für dieses Schloss an den Architekten Wilhelm Sander, der auch am Bau des Tintenpalastes in Windhoek beteiligt war. Ab 1910 vergrößerte er die Farm, als er Land vom Staat und aus privater Hand kaufte. Von Wolff wurde ein bekannter Pferdezüchter und manch einer glaubt, dass einige seiner Pferde die Vorfahren der Namib Wildpferden waren. Mit seiner amerikanischen Frau lebte von Wolff hier bis zum Ausbruch des 1. Weltkrieges 1914. In der Schlacht an der Sommè kam er 1916 ums Leben. Seine Frau lebte danach in München und kehrte nie wieder nach Duwisib zurück. Das Schloss lag etwa 50km von der Lodge entfernt und war nur über Sand-bzw. Schotterpisten erreichbar.
Namib Am Abend lud uns der Verwalter der Lodge zu einer Farmrundfahrt ein, wo wir neben einigen Oryxherden in einer bezaubernden Landschaft auch viel über das heutige Farmleben erfuhren. Auf einer Düne haben wir dann eine Pause eingelegt und den Sonnenuntergang beobachtet.
Die Namib ist vermutlich die älteste aller Wüsten und erstreckt sich entlang der Atlantikküste Namibias. Die "große Leere" - wie diese trockenwüste in der Sprache der Nama heißt, reicht bis ca. 160km Landeinwärts.
Etliche Pflanze und Tiere nutzen den Nebel, der von Mai bis September in den kalten Frühmorgenstunden in die Wüste zieht als Feuchtigkeitsquelle.
Bekannt ist die Wüste vor allem wegen ihren Sanddünen, die je nach Sonnenstand ihre Farbe ändern.
In den nächsten Tagen werden wir noch andere Abschnitte der Namib, wie das Sossusvlei oder die Skelettküste kennenlernen.
Nach einer weiteren Nacht unternahmen wir einen Tagesausflug ins 110km entfernte Sossusvlei und zum Sesriem Canyon. In Sesriem angekommen, besorgten wir uns hier am Eingangstor des Sossusvlei das Permint für den Park. Mittlerweile sind die 68km zum Parkplatz für PKW geteert und sorgten für ein angenehmes Fahrgefühl.
Nach 45km erreichten wir die Düne 45, welche zu den meist fotografiertesten Dünen gehört. Sie ist ca. 170m hoch und kann erklommen werden, wenn einem nicht die Kondition ausgeht. Weiter ging es zum PKW-Parkplatz und ein Allrad-Shuttle brachte uns anschließend zum Sossusvlei. Das SOSSUSVLEI ist eine große Lehmsenke, die von roten Dünen umschlossen wird und nur nach heftigen Regenfällen für kurze Zeit mit Wasser gefühlt ist. Die vielen Touristen verraten uns, das diese Senke zu den Hauptsehenswürdigkeiten Namibias gehört und so machten wir uns nach einer Stunde auf dem Weg zu einer weniger besuchten Senke.
Entlang der Sanddünen erreichten wir nach knapp 30 Minuten das Dead Vlei. Hinter einer der Dünen erblickten wir dann diese Senke, die uns auf Grund der Lagen persönlich weit aus besser gefiel als das Sossusvlei. Hier sind selbst die Kameldornbäume, eigentlich extreme Überlebenskünstler mit ihren bis zu 60 Meter tiefen Wurzeln, seit sich vor Jahrhunderten Wanderdünen zwischen den Fluss Tsauchab und jener Senke geschoben hat verdorrt.
Bevor wir uns auf die Rückfahrt von Sesriem zur Lodge machten, sind wir noch zum Sesriem Canyon gefahren. Dieser ist nur ein kurzes Stück vom Eingangstor entfernt. Der Tsauchab-Fluss hat sich vor Millionen von Jahren ca. 50 m tief in das schieferartige Gestein hineingefressen. Heute führt der Fluss hier im Canyon kaum noch Wasser.

TOURBERICHT TEIL2 SWAKOPMUND - OKONJIMA
Stand: November 2006