TOURBERICHT   
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ein kurzer Bericht über unser Dschungelerlebnis
Borneo ist die Größte der südostasiatischen Inseln und nach Grönland und Neuguinea die drittgrößte Insel der Welt. Der Großteil der Insel gehört zu Indonesien und heißt Kalimantan. Kalimantan umfasst etwa drei Viertel der Fläche. Die restliche Fläche bilden die malaysischen Bundesstaaten Sarawak und Sabah sowie das kleine Sultanat Brunei. Der Regenwald Borneos ist einer der ältesten Wälder dieser Erde und stark vom Abholzen bedroht. Mehr als ein Drittel des über 130 Millionen Jahre alten Regenwalds ist bereits verloren. Damit sind auch Lebensräume der Orang Utans und der nur auf Borneo lebenden Nasenaffen stark bedroht.
Im Oktober / November 2005 unternahmen wir eine zweiwöchige Dschungeltour durch die malaysischen Bundesstaaten Sarawak und Sabah, sowie auf dem Rückweg einen zweitägigen Stopover in Kuala Lumpur. Hier wollen wir einen kurzen Ablauf unserer Tour wiedergeben und auf den folgenden Seiten stehen 134 Bilder zur Ansicht bereit. Die Bilder können durch anklicken auch vergrößert werden.
Unsere Tour begann in KUCHING. Der Name Kuching bedeutet in malaiisch Katze und die nicht wenigen Katzenstatuen weisen einen immer wieder darauf hin.
Die Stadt wird durch den Fluss Sungei Sarawak geteilt. Im chinesisch geprägten Südteil befindet sich das Zentrum der Stadt. Auch die meisten Sehenswürdigkeiten liegen auf dieser Seite des Flusses. So wie die nach 16jähriger Bauzeit 1968 fertiggestellt Staatsmoschee.
Eine der Hauptattraktionen der Stadt (ca. 500 000 Einwohnern) ist
das Sarawak-Museum. 1891 wurde das mittlerweile älteste Museum Malaysias erbaut. Das alte Museum ist im Stile eines französischen Staatshauses gebaut und beherbergt eine naturkundliche Sammlung von der Tier-und Pflanzenwelt Sarawaks.

Nur knapp 40km von Kuching entfernt befindet sich der BAKO NATIONALPARK und war unser Ziel für einen Tagesausflug. Er ist der kleinste und der älteste Nationalpark Sarawaks.
Mit dem Auto fuhren wir bis nach Kampong Bako. Von hieraus ging es dann mit dem Boot weiter nach Teluk Assam, dem Hauptquartier des Parks. Der 1957 angelegte Park ist
nur über den Wasserweg erreichbar, obwohl er auf einer Halbinsel liegt. In Teluk Assam gibt es einfache Übernachtungsmöglichkeiten und Informationen über die Wanderwege. Unser Interesse galt den hier lebenden Nasenaffen. Diese Affen leben nur auf Borneo und ehrlich geschrieben glaubten wir kaum daran, diese stark bedrohte Art wirklich beobachten zu können. Umso glücklicher waren wir, als die Nasenaffen in den Mangroven auftauchten. Nach dem wir den Affen durch die Mangroven gefolgt waren, führte der Weg uns weiter durch das Dickicht des Regenwaldes bis wir zu einer Buch gelangten.
Der Park ist nicht nur wegen seiner Vielfalt von Pflanzen und Tieren beliebt, sondern auch wegen seiner abgeschiedenen Buchten. An einer dieser Buchten ließen wir uns es nicht nehmen und badeten zum ersten mal im Südchinesischen Meer. Die zerklüftete felsige Küste mit steilen Klippen wurde durch Erosion über Millionen von Jahren geformt. Manche attraktive Sandsteinformation ragt wie ein mächtiger Schlangenkopf aus dem Wasser.

Eine Fokker 50 brachte uns von Kuching aus zum GUNUNG-MULU NATIONALPARK. Ab den Zwischenstopp Miri waren wir dann nur noch zu viert in der 50 Plätze bietenden Maschine. Hier am Rande des Nationalparks übernachteten wir im Royal Mulu Resort.
Der Nationalpark mit seiner Felslandschaft um den Gunung Mulu, den zweithöchsten Berg Sarawaks, ist bekannt für sein riesiges Höhlensystem, welches zu den größten der Welt zählt und zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Der Park ist mit seinen knapp 540 km² der größte Nationalpark dieses Bundesstaates.
Noch am Abend unternahmen wir eine Nachtsafari in einem Langboot, wo wir außer einen schlafenden Vogel leider keine weiteren Tiere zu sehen bekamen. Dennoch war diese Tour sehr interessant und es machte Spaß bei Dunkelheit und mit Taschenlampen ausgerüstet das Ufer nach Tieren abzusuchen.
Am nächsten Vormittag machten wir uns mit dem Boot auf um im Nationalpark die beiden Höhlen "Wind Cave" und "Clearwater Cave" zu erkunden. Beides sind riesige Tropfsteinhöhlen die mit einander verbunden sind.
Am Nachmittag sind wir dann im Nationalpark zu Fuß unterwegs gewesen. Auf einen circa 3,5km langen Holzplankenweg quer durch den Dschungel, gelangten wir nach etwa 45 Minuten zu den beiden Höhlen Langs Cave und Deer Cave. Die Deer Cave, eine riesige Grotte dient Millionen von Fledermäusen als Nacht(Tag)quartier und im Licht der untergehenden Sonne verlassen diese ihre Ruheplätze um auf die Jagd nach Insekten zu gehen. Leider blieb uns dieses Schauspiel auf Grund der schlechten Witterung verwehrt, denn bei Regen oder anstehenden Niederschlag (wie bei uns) bleiben die Fledermäuse in der Höhle und gehen erst nachts aus Jagd.

Wir nahmen Abschied vom Bundesstaat Sarawak und flogen nach Kota Kinabalu der Hauptstadt vom Bundesstaat Sabah. Kota Kinabalu war für uns Ausgangpunkt für verschiedene Unternehmungen.
So fuhren wir für zwei Tage nach Kudat. Die knapp 40.000 zählende Kleinstadt ist der nördlichste Ort auf Borneo und war einmal für kurze Zeit (um 1871) Hauptstadt von Sabah. Interrasanter als der Ort sind hier die wenigen einsamen Strände. Hierher verirren sich kaum Touristen, da die Strände mehr als 10km von der Stadt entfernt liegen und es keine Übernachtungsmöglichkeiten außerhalb von Kudat gibt. Fast eine Stunde benötigten wir mit dem Auto, teilweise auf ungeteerten Straßen, um vom Hotel zum Strand am "TIP OF BORNEO" zu gelangen. Hier am nördlichsten Punkt wo das Südchinesische Meer auf die Sulu See trifft, konnten wir einen herrlichen Sonnenuntergang genießen.
Auf der Fahrt auf die Kudat-Halbinsel machten wir zwei Stopps bei den Rungus. Die RUNGUS sind eine Untergruppe der Kadazan, die nur noch selten in Langhäusern leben. Meist leben sie in normalen Häusern und sind sesshaft geworden. Einige Rungus-Gemeinden haben den Tourismus als Einnahmequelle entdeckt und Langhäuser aufgebaut, in denen man auch übernachten kann. So machten wir auf der Hinfahrt einen Abstecher zu einen solchen Langhaus. Unser Guide führte uns durch das Dorf und erzählte einiges über die Kultur und das jetzige Leben der Rungus.
Auf der Rückfahrt von Kudat besuchten wir eine Honigfarm. Der sehr flüssige Honig wird meist mit Wasser verdünnt getrunken. Hier bekamen wir einen Eindruck wie das heutige Leben der Rungus aussieht.

Etwa zwei Autostunden südlich von Kota Kinabalu liegt der kleine Ort KLIAS. Hier unternahmen wir eine Bootsfahrt in der Abenddämmerung auf einem Dschungelfluss, der sich durch einen tropischen Mangrovenwald seinen Weg bahnte. Wir erlebten eine unvergessliche Bootstour in einer überwältigend schönen Landschaft, auf der wir NASENAFFEN, Javaneraffen und Glühwürmchen beobachten konnten. Den Abschluss dieses Ausflugs rundete ein Abendessen in einem lokalen Restaurant am Fluss ab. Danach fuhren wir wieder zurück nach Kota Kinabalu.

Bevor es zum entspannen an den Pantai Dalit Beach ging, stand ein Abstecher zum Kinabalu Nationalpark auf dem Programm. Im Zentrum des Nationalparks befindet sich der MOUNT KINABALU, mit 4.101m der höchste Gipfel in Südostasien. Der Mount Kinabalu oder Aki Nabalu - Sitz der Götter - wie die Kadazan ihn nennen gehört zum Crocker-Gebirge. Nach etwa 2 Stunden erreichten wir das Hauptquartier, wo wir dann eine geführte Wanderung durch die Dschungellandschaft unternahmen. Von dieser einstündigen Wanderung waren wir leider nicht so sehr begeistert, was vielleicht daran lag, dass wir schon einige Touren durch den Regenwald erlebt hatten. Weit aus interessanter war der dort angelegte Mountain-Garden. Hier konnten wir uns einen kleinen Überblick schaffen, welche Pflanzenvielfalt dieser Nationalpark bietet. Immerhin wurden hier am Mount Kinabalu über 1.200 verschieden Orchideenarten, mehrere Rhododendrensorten und zehn Arten von fleischfressenden Kannengewächsen gezählt.

Zum Abschluss unseres Borneo-Aufenthaltes verbrachten wir noch einige Tage im Shangri-La's Rasa Ria Resort, dem einzigen Hotel am PANTAI DALIT BEACH. Nach unserem Dschungel-Abenteuer konnten wir hier entspannen, auch wenn die ersten beiden Tage verregnet waren.
Zum Shangri-La's Rasa Ria Resort gehört auch ein Naturreservat, wo zu bestimmten Zeiten Führungen durchgeführt werden. Die Attraktion ist die Beobachtung von ORANG UTAN Babies. Da nur eine bestimmte Anzahl an Personen an diesen Wanderungen (8 Personen) bzw. zur Beobachtung der Orang Utan Babies (50 Leute) teilnehmen darf, sollte man sich schon 1-2 Tage vorher anmelden. Die Orang Utan werden später an die Ostküste Sabahs nach Sepilok in der dortigen Orang-Utan-Auswilderungsstation gebracht.

Auf unserem Rückweg nach Berlin machten wir noch einen zweitätigen Stopover in KUALA LUMPUR. KL, wie die Hauptstadt Malaysias nur kurz genannt wird ist geprägt von einigen Megaprojekten. Dazu gehören die mit 451,9m und 84 Stockwerke zählenden Petronas Twin Towers, die einst höchsten Bauwerke der Welt. Der KL-Tower mit 421m ist einer der höchsten Fernsehtürme auf dieser Erde und ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall.
KL konnten wir gut mit den Bahnlinien STAR-LRT und PUTRA-LRT (Light Rail Transit System) sowie mit der Monorail einer Hochbahn erkunden. Damit erreichten wir alle Sehenswürdigkeiten schnell und ohne Probleme.
Von der Bahnstation Masjid Jamek (STAR und PUTRA) aus erkundeten wir die Altstadt. Hier direkt an der Station und der Flussmündung von Kelang und Gombak steht die Freitagsmoschee Masjid Jamek. Nicht weit entfernt befindet sich der Platz der Freiheit, der Merdeka Square. Am Merdeka Square stehen mit dem Royal Selangor-Club und dem Bangunan Sultan Abdul Samad zwei weitere sehenswerte Bauwerke.
Um zur Old Railway Station zu gelangen sind wir mit der PUTRA-Linie zum Central Market gefahren und von hieraus noch einige Minuten gelaufen. Der 1911 fertiggestellte Bahnhof galt auf Grund seiner indisch-islamischer Architektur einst als schönster Bahnhof
der Welt. Die Masjid Negara (Nationalmoschee) ist nur unweit vom Bahnhof entfernt.
Am zweiten Tag waren wir dann auf dem KL-Tower und nachmittags shoppen im Einkaufskomplex Times Square, ehe wir abends von KL abflogen.

überarbeitet März 2007